Abenteuer Ausland
Die Schülerinnen und Schüler des PLG haben unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, in der Jahrgangsstufe EF ein Jahr im Ausland zu verbringen. Interessenten erhalten Informationen zur Planung und Durchführung bei Frau Korte.
Zwei Schüler, die ein Auslandsjahr absolviert haben, berichten von ihren Erfahrungen:
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Ich war im Schuljahr 2010/11 mit der Austauschorganisation AFS in Venezuela. Venezuela liegt im Norden Südamerikas und grenzt im Westen an Kolumbien, im Südosten an Brasilien und im Norden an das Karibische Meer. Ich selbst habe bei einer Gastfamilie in einer kleinen Stadt namens „La Asunción“ auf der Karibikinsel „Isla de Margarita“ gelebt. Meine Gastfamilie war verhältnismäßig groß. Ich hatte zwar nur zwei Geschwister, dafür aber sechs Onkel, drei Tanten und unzählige Cousins, Cousinen, Großonkel und Großtanten, die ich glaube ich nicht einmal alle kennengelernt habe. In meiner Gastfamilie war die Familie sehr wichtig und so sah ich zum Beispiel meine Großeltern mindestens einmal in der Woche und vor allem auf Geburtstagen traf man immer sehr viele Verwandte.
Da in Venezuela Spanisch gesprochen wird, musste ich in meinem Auslandsjahr auch mit einer neuen Sprache zurechtkommen. Viele werden vielleicht denken, dass es sehr schwer ist eine fremde Sprache zu lernen, zumal ich in Deutschland nur einen Volkshochschulkurs hatte und meine Spanischkenntnisse nicht weit über „Hallo, ich bin Marcel, ich komme aus Deutschland und möchte ein Kilo Kartoffeln kaufen.“ hinausreichten. Entgegen dieser Annahme lernte ich sehr schnell und konnte mich nach kurzer Zeit schon sehr gut verständigen. Geholfen hat mir dabei vielleicht auch, dass in meiner Gastfamilie niemand wirklich Englisch gesprochen hat und ich deshalb gezwungen war, Spanisch zu sprechen.
Teil des Auslandsjahres ist auch der Besuch einer Schule. Ich ging also ein Jahr lang zur „UE San Martin de Porres“ in Porlamar. Meine Klassenkameraden waren alle sehr aufgeschlossen und so fiel es mir nicht sehr schwer, Anschluss zu finden.
Unterrichtet werden in Venezuela so ziemlich die gleichen Fächer wie hier in Deutschland, also z.B.: Mathe, Physik, Erdkunde, etc. Die Klassenräume sind eher karg eingerichtet: ein Tisch für jeden Schüler, einen für den Lehrer, eine Tafel und eine Klimaanlage, die in unserem Klassenzimmer recht oft nicht funktionierte.
AFS Venezuela organisierte auch zwei Reisen für uns Programmteilnehmer: eine in die Gran Sabana (im Südosten des Landes) und eine In die Llanos. So konnten wir die atemberaubende und vielfältige Natur Venezuelas bewundern, deren Schönheit man gar nicht in Worte fassen kann.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich in diesem Jahr sehr viel gelernt habe. Ich habe viele neue Erfahrungen gemacht, habe viel gesehen und vor allem habe ich eine zweite Familie in Venezuela gewonnen.
Ich kann jedem nur so ein Auslandsjahr empfehlen, da es ein wunderbares und einzigartiges Erlebnis ist.
Wer Interesse hat kann sich auf http://www.afs.de über meine Austauschorganisation und die Austauschprogramme informieren.
Mein Name ist Lukas Redemann und ich habe im Jahr 2010/2011 im Alter von 17 Jahren ein Auslandsjahr in der französischsprachigen Provinz Québec in Kanada gemacht. Am 21. August ging es ab München los, wo ich mit den anderen sieben Deutschen im gleichen Flieger direkt nach Montréal geflogen bin. Dort angekommen, wurde ich von meiner Willkommensfamilie, die mich eine Woche beherbergen sollte, abgeholt und der erste Kontakt in dieser doch sehr unterschiedichen französischen Sprache mit starkem Québecer Akzent stand bevor. Selbst mit drei Jahren Schulfranzösisch-Erfahrung konnte ich kaum etwas verstehen. Mich zu verständigen, fiel mir nicht schwer, doch meine Willkommensfamilie - sie 21 und er 23 Jahre alt - mussten ihr Sprechtempo um einiges verlangsamen. Die beiden waren sehr freundlich und versuchten gleich, mit mir auf eine Wellenlänge zu kommen, was bei dem Alter nicht lange dauerte. Um so trauriger war ich, dass ich nach einer Woche in meine richtige Gastfamilie wechseln sollte, da Erstere mich aufgrund des Alters nicht für ein Jahr beherbergen durfte. Ich wollte zuerst gar nicht weg, denn wenn man im Ausland so schnell schon Kontakte geknüpft hat und dann schon wieder umzieht, fällt es besonders schwer.
Im Nachhinein war ich aber sehr glücklich, in eine fünfköpfige Familie nach Gatineau zu kommen, welches sich direkt auf der anderen Flussseite der kanadischen Hauptstadt Ottawa befindet. Sylvie und Henning, die Eine mit québecer Wurzeln aus einem kleinen Ort im Süden Montréals, der Andere aus Braunschweig. So verwirrt ich auch darüber war, ausgerechnet im Ausland auf eine Gastfamilie zu treffen, wo der Vater Deutscher ist, umso glücklicher war ich über meine drei Gastbrüder Rapael, Frédéric und Phillippe im Alter von 3, 5 und 9 Jahren.
Bei Schneeballschlachten, Fußball und gemeinsamen Spielen sind die Drei mir schnell ans Herz gewachsen. Mein Gastvater brachte mir so manche Rezepte bei und druch meine Gastmutter bekam ich die einmalige Chance, der Herstellung von Ahornsirup beizuwohnen und meinen eigenen Sirup herzustellen. Dieses Erlebnis hat mich im Auslandsjahr am meisten geprägt und beeindruckt, denn die Ahornsirupherstellung ist Tradition und steht für die Verbundenheit mit der Natur und auch den Respekt ihr gegenüber. Sylvies Eltern waren Mitbesitzer einer Ahornfarm und Sylvies Vater war allein für die Produktion verantwortlich. Für 2 Wochenenden durfte ich also lernen, wie es funktioniert und schließlich selbst den Ofen anheizen, den fertigen Ahornsirup probieren, filtern und letztendlich in Dosen abfüllen.
Was ich aus diesem Auslandsjahr mitnehme, sind aber auch die einzigartige Sprache, Freundschaften auf der ganzen Welt durch andere Austauschschüler von AFS, Erinnerungen an Bowlingabende, Klettern und verrückte Unternehmungen mit Freunden und vor allem an die unzähligen Ausflüge - nicht nur bei Eis und Schnee - mit meiner Gastfamilie. In Québec gehören Wanderungen mit Schneeschuhen, Schlittschuhlaufen, Skifahren und Ausflüge in die wundervolle Québecer Hauptstadt einfach mit dazu, genauso wie mit der Fähre zwischen Eisschollen über den Sankt-Lorenz zu fahren und die Altstadt, erste Siedlung der französischen Entdecker, zu durchstöbern.
Alles in allem war mein Auslandsjahr unvergesslich, unvergleichbar und wunderschön. Ich kann nur jedem empfehlen, diesen Traum selbst zu leben und Erfahrung zu sammeln, die das Leben bereichert !
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